Ältere Häuser und Wohnungen sind oft günstiger als Neubauten und bieten besonderen Charme. Dafür hapert es oft an Energieeffizienz und Wohnkomfort. Tipps für Kauf und Umbau eines Altbaus

Ein gewachsenes Wohnumfeld, keine aufreibende Bauzeit, günstiger Preis und womöglich noch nostalgischer Charme – das sind einige der Gründe, die für den Kauf einer gebrauchten Immobilie sprechen. Zu den Schattenseiten älterer Häuser dagegen zählen häufig beengte Grundrisse, mangelnde Energieeffizienz und veraltete Badezimmer. Fast immer besteht Modernisierungsbedarf. Zudem fallen mit steigendem Alter deutlich mehr Reparaturen an. Wer sich für einen Altbau interessiert, ist deswegen oft unsicher, welche Verpflichtungen und Kosten ihn nach dem Kauf erwarten. Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Wer hilft mir, Substanz und Wert eines Altbaus zu beurteilen?

Lassen Sie die Immobilie von einem Architekten oder Bauingenieur mit Altbauexpertise begutachten. In der Regel reicht ein Kurzgutachten aus, um eine grundsätzliche Entscheidung für oder gegen ein Objekt zu treffen. Fallen besondere Schäden auf, zum Beispiel an Dachbalken, sollte ein Spezialist hinzugezogen werden. Bei Zweifeln, ob der Kaufpreis angemessen ist, können Sie auch ein Wertgutachten bei einem öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen in Auftrag geben, Kostenpunkt: ab circa 500 Euro.

Sollte man ein älteres Gebäude energetisch sanieren?

Ja, denn das lohnt sich fast immer. Zu kalkulieren, ob sich eine Sanierung amortisiert, ist Aufgabe eines Energieberaters. Über den aktuellen Verbrauch des Hauses geben der Energieausweis, der beim Verkauf vorgelegt werden muss, und die Heizkostenabrechnungen der Vorbesitzer Aufschluss. Der Energieberater, in der Regel ein Architekt oder Bauingenieur mit Zusatzqualifikation, erarbeitet Vorschläge für die Sanierung und klärt in seinem Gutachten, welche Maßnahme den größten Effekt hat – etwa die Dämmung der Fassade, der Austausch der Fenster oder eine neue Heizungsanlage.

Herrscht eine gesetzliche Pflicht zur energetischen Sanierung?

Laut Energieeinsparverordnung (EnEV) müssen Öl- und Gas-Standardheizungen, die älter als 30 Jahre sind, ausgetauscht werden. Heizungs -und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen sind zu isolieren. Auch die Geschossdecken zu unbeheizten Dachräumen müssen seit 2015 gedämmt sein. Gegebenenfalls ist Nachrüsten angesagt. Weitere Vorschriften gibt es nicht für Einfamilienhäuser. Lassen Sie die Fassade dämmen oder Fenster austauschen, sind die Mindestvorgaben der EnEV einzuhalten.

Welche Fördermittel gibt es für die Altbausanierung?

Für die energetische Sanierung, aber auch für den barrierefreien Umbau und den Einbruchschutz im Altbau stellt die KfW-Förderbank zinsgünstige Darlehen oder Zuschüsse bereit. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) fördert den Umstieg auf Heizsysteme mit erneuerbaren Energien wie Wärmepumpen, Holzpelletkessel oder Solarkollektoren. Bundesländer vergeben ebenfalls Fördermittel für Energieeffizienz oder Barrierefreiheit im Altbau.

Was ist beim Kauf eines denkmalgeschützten Hauses zu beachten?

Steht ein Gebäude unter Denkmalschutz, müssen alle Sanierungen mit den Behörden abgestimmt werden. Energiesparmaßnahmen sind oft teurer, weil etwa neue Fenster oder Türen dem alten Erscheinungsbild entsprechen müssen. Im Rahmen des Programms „Energieeffizient Sanieren“ bietet die KfW eine spezielle Fördervariante für denkmalgeschützte Häuser. Auch das Finanzamt entlastet Eigentümer von Baudenkmälern: Selbstnutzer können Modernisierungskosten steuerlich geltend machen. Vermieter legen sie zumeist auf die Miete um.

Was kostet die Instandhaltung einer gebrauchten Wohnung?

Für die Instandhaltung des Sondereigentums – also der Wohnung und der dazugehörigen Nebenräume – ist der Eigentümer allein verantwortlich. Darüber hinaus muss er sich an den Aufwendungen beteiligen, mit denen das Gemeinschaftseigentum in Schuss gehalten wird. Um hohe Einmalzahlungen zu vermeiden und auf kurzfristig notwendige Reparaturen vorbereitet zu sein, spart die Eigentümergemeinschaft eine Instandhaltungsrücklage an, zu der jeder Eigentümer mit dem monatlichen Hausgeld seinen Beitrag zahlt. Die Höhe wird von der Eigentümerversammlung festgelegt. Nach einer Faustregel gelten 0,8 bis 1 Prozent des Kaufpreises zum Zeitpunkt der Fertigstellung als angemessene jährliche Rücklage. Bei einem ursprünglichen Kaufpreis von 250.000 Euro und einer jährlichen Rücklage von einem Prozent müssten Sie also mit einem monatlichen Beitrag von 146 Euro rechnen. Reichen die Rücklagen bei größeren Sanierungen nicht aus, werden Sonderumlagen fällig. Prüfen Sie daher genau die Bausubstanz des Gemeinschaftseigentums, und lassen Sie sich die Protokolle der Eigentümerversammlungen zeigen. Fragen Sie den Verwalter nach geplanten Arbeiten.

Quelle: capital.de

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