In der Presse wird regelmäßig über den Leipziger Mietwohnungsmarkt mit Überschriften wie „Angebotsmieten steigen um fünf Prozent pro Jahr“ oder „Mieten in Leipzig steigen am meisten“ berichtet. Derartige Botschaften verbreiten eine gewisse, bisweilen an Panik grenzende Unruhe beispielsweise bei der Stadtverwaltung oder der Mieterseite.

Diese Berichterstattung bezieht sich überwiegend auf sehr kurze Betrachtungszeiträume wie „… im vergangenen Jahr“ oder „in den letzten drei Jahren“. Entsprechende Diagramme beginnen meist Mitte der 2000er Jahre, dem bis dahin traurigen Tiefpunkt am Leipziger Immobilienmarkt mit etwa 83.ooo leerstehenden Wohnungen. Diesem Überangebot von Wohnungen folgte auch das Preisniveau am Mietwohnungsmarkt.

Beginnt man statistische Betrachtungen zu einem derartigen historischen Tiefpunkt, ist eine Erholung des Preisniveaus auf lange Sicht nicht unwahrscheinlich. Das daraus resultierende Bild zeigt zwar dann auch die „Wahrheit“, aber eben nicht die „Ganze“. Der Leipziger Mietwohnungsmarkt ist jedoch wesentlich älter. Im August 1994 wurden auf den Immobilienseiten der LVZ knapp 100 Wohnungen zu durchschnittlich 16,28 DM/m² Wohnfläche zur Vermietung angeboten. In den folgenden Jahren kannte die Mietentwicklung nur eine Richtung – nach unten. Gründe waren die enorme Bau und Sanierungstätigkeit verbunden mit einer Bevölkerungsabnahme. Bis etwa 2006 gab das Mietniveau nach und pegelte sich zwischen 4,50 Euro und 5,00 Euro/m2 Wohnfläche ein. Ab 2007 kam es in Folge von Einwohnerzuwächsen zu einer Erholung am Mietmarkt, die ab etwa 2012 auf Grund der weiter positiven Einwohnerentwicklung in einen stetigen Anstieg mündete, der bis heute anhält.

Das nachfolgende Diagramm zeigt die Entwicklung der Wohnungs(angebots)mieten, so wie sie von 1994 bis 1999 in der LVZ veröffentlicht wurden jeweils 2. Halbjahr); ab dem Jahr 2000 Durchschnittszahlen aus vom IVD (damals RDM) veröffentlichter Mieten.

Wohnungs(angebots)mieten in Leipzig (1994-99 aus LVZ; ab 1995 IVD)

Es ist erkennbar, dass die oft reißerisch dargestellte Entwicklung der Angebotsmietpreise der letzten Jahre am örtlichen Wohnungsmarkt hauptsächlich auf der Tatsache beruht, dass als Bezugsgröße die Phase des bisher niedrigsten Mietniveaus gewählt wurde. Eine langfristige Betrachtung liefert ein relativiertes Bild. Die ersten Mieten in damals schwindelerregender Höhe für sanierte bzw. neu errichtete Wohnungen waren knappheitsbedingt. Ab Mitte der 1990er Jahre kam es zu einem massiven Überangebot an Wohnungen, die Mietpreise sanken quasi ins Bodenlose.

Seit etwa 2012 steigt das (Angebots-) Mietniveau – ausgehend von einem historisch niedrigen Niveau – wieder an. Im Vergleich zu den Angebotsmieten mit 15 anderen Städten mit über 500.000 Einwohnern liegt Leipzig nach Duisburg auf Platz 14. Und nicht zu vergessen, bei den hier dargestellten Zahlen handelt es sich um Angebotsmieten – die Bestandsmieten lagen in 2017 (Sozialreport der Stadt Leipzig) bei durchschnittlich 5,62 Euro/m2 Wohnfläche. Marktübergreifende Übertreibungen sind im deutschlandweiten Vergleich (noch) nicht erkennbar.

Dirk Loose
Haus & Grund Leipzig

Quelle: haus-und-grund-leipzig.de

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