Immobilien und Lockdown
Mrz 17, 2021

Seit über einem Jahr bestimmt Corona nun das Leben in weiten Teilen der Gesellschaft und der Wirtschaft. Auf Immobilien und den Immobilienmarkt haben die Regierungsmaßnahmen und auch der Lockdown allerdings kaum Auswirkungen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Immobilienportals immowelt mit einer Analyse der Immobilienpreise in den 14 größten deutschen Städten mit jeweils über 500.000 Einwohnern:

Lockdown und steigende Immobilienpreise

Betrachtet man die Zeit seit Februar 2020, kurz vor dem ersten Lockdown, bis heute, so stellt man in allen 14 Großstädten steigende Preise bei Immobilien fest. Beispiel Eigentumswohnungen, hier betrug der Anstieg in der Spitze satte 30 %. Betrachtet wurden die Angebotspreise für eine exemplarische Bestands-Eigentumswohnung (80 m², 3 Zimmer, im 2. Stock). Eine Entspannung der Preise ist nirgendwo in Sicht, vor allem nicht in den teuersten Regionen. In München zogen die Preise im Laufe der Corona-Pandemie und über den Lockdown hinweg im Durchschnitt um 8 % pro Jahr an. Dort bewegten sich Eigentumswohnungen aus dem Bestand auf einem mittleren Niveau von etwa 8.140 €/m². Auf dem zweitteuersten Pflaster Deutschlands, in Frankfurt am Main, legten die Preise für Immobilien mit 7 % ähnlich zu, aktuell werden hier für eine 80 m² Eigentumswohnung 5.450 €/m² verlangt. In Hamburg waren sogar Preiszuwächse von 15 % zu verzeichnen, die Stadt an der Alster liegt jetzt mit 5.100 €/m² ebenfalls über der 5.000 €-Marke.

Immobilienkauf im Fokus vieler Deutscher

Der CEO von immowelt, Prof. Cai Nicolas Ziegler, analysiert die Lage so, dass einerseits viele Deutsche aufgrund des Lockdowns in eine ungewisse Zukunft blicken würden. Auf der anderen Seite sei der Wunsch nach räumlicher Veränderung bei denen, die keine finanziellen Einbußen hätten, stark angewachsen. Deswegen sei der Kauf einer Immobilie bei vielen Deutschen verstärkt in den Fokus gerückt. Da allerdings das Angebot in den Großstädten nach wie vor begrenzt sei, stiegen die Kaufpreise unbeirrt weiter an.


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Höhere Preise nach dem Lockdown auch in anderen großen Städten

Die erhöhte Nachfrage nach Immobilien auch nach dem Lockdown wird indessen ebenfalls in den Großstädten am Rhein deutlich. Die Angebotspreise für Eigentumswohnungen aus dem Bestand machten sowohl in Köln mit 9 % als auch in Düsseldorf mit 19 % einen kräftigen Sprung. Während der Quadratmeterpreis in Köln rund 3.730 €/m² kostet, sind es auf der anderen Rheinseite schon 4.490 €/m². Düsseldorf ist damit sogar noch teurer als Berlin mit 3.860 €/m², wo die Preissteigerung mit 7 % Zunahme im Vergleich nicht ganz so hoch ausfällt. Unter anderem macht sich hier der Mietendeckel bemerkbar, das zeigt eine gemeinsame Analyse von immowelt und dem ifo-Institut.

Höchster Anstieg in Essen

Die größten Preisanstiege gibt es übrigens in Städten mit eher niedrigem durchschnittlichem Preisniveau. So haben sich die Kaupreise für Bestands-Eigentumswohnungen in Essen seit Beginn der Corona-Pandemie um 30 % verteuert. Allerdings liegt Essen mit 2.220 €/m² noch deutlich hinter den beiden Hotspots. Ähnlich das Bild in Dresden: Auch wenn die Preise hier im selben Zeitraum um 20 % zugelegt haben, sind sie mit 2.760 €/m² noch relativ moderat. Hannover hat mit 24 % Anstieg zumindest die 3.000 €/m²-Grenze durchstoßen. Unter den momentanen Vorzeichen werden die Preisanstiege in deutschen Großstädten auch in der absehbaren Zukunft so weitergehen.

In den meisten Städten stärkere Steigerungen der Immobilienpreise als vor dem Lockdown

Ganz allgemein kann man bis dato feststellen, dass die Corona-Pandemie bislang noch keinen echten Einfluss auf die Entwicklung der Immobilienpreise hatte. Im Endeffekt liegt das vielleicht auch an der normalerweise eher trägen Reaktion des Immobilienmarkts auf aktuelle Entwicklungen – daher auch die größere Beständigkeit in Krisen. Vielmehr zeigt sich in 8 der 14 untersuchten Städte von Februar 2020 auf Februar 2021 sogar ein stärkerer Preiszuwachs als im Jahr davor. Sehr deutlich zeigt sich das zum Beispiel in Essen, wo der Anstieg von 2 auf nunmehr 30 % gesprungen ist. Allerdings fallen die Preissteigerungen in 6 der Städte auch geringer aus. In Frankfurt lag die Steigerung von 2019 auf 2020 noch bei 25 %, im letzten Jahr dagegen nur noch bei 7 %.

Berechnungsgrundlage:

Als Datenbasis für die Kaufpreise dienten auf immowelt.de inserierte Verkaufsangebote für Eigentumswohnungen in den 14 größten deutschen Städten mit über 500.000 Einwohnern. Der analysierte Zeitrahmen umfasste Februar 2019 bis Februar 2021. Ausschließlich vermehrt nachgefragte Angebote wurden für die Analyse berücksichtigt. Die Kaufpreise wurden für eine exemplarische Wohnung, 3 Zimmer, 80 m², 2. Stock, standardisiert. Für Bestandswohnungen wird ein Baujahr im Bereich 1945 bis 2015 angenommen. Bei den Preisen handelt es sich um Angebotspreise, nicht um Abschlusspreise.

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