1474 Verkratzt und angeknabbert: Tiere in der Mietwohnung

Kratzer im Parkett, Flecken auf dem Teppichboden: Haustiere hinterlassen in Mietwohnungen oft Spuren. Doch nicht für alle Schäden muss der Besitzer aufkommen, wenn der Mieter auszieht.

Normale Gebrauchsspuren gehören dazu

Ein Mieter darf seine Wohnung bei Auszug mit „normalen“ Gebrauchsspuren hinterlassen. „Dazu gehören zum Beispiel einzelne oberflächliche Kratzer im Boden oder Druckstellen durch Möbel“, sagt Sascha Nuß, Jurist bei der R+V Versicherung. Anders wird das unter Umständen beurteilt, wenn die Tiere Wände oder Türe erheblich zerkratzen oder mitvermietete Teppiche anknabbern. „Soweit es für sie zumutbar ist, müssen Mieter vermeiden, dass die Wohnung beschädigt wird. Das gilt auch dann, wenn der Vermieter die Tierhaltung im Mietvertrag ausdrücklich erlaubt“, erläutert der R+V-Experte.

Ein Übergabeprotokoll gibt Sicherheit

Beispiel Parkettboden: Wenn die Gefahr besteht, dass ein Hund starke Kratzer verursacht, muss der Mieter aktiv werden. Er kann etwa einen Teppich auslegen, dem Tier den Zugang zu dem bestimmten Raum verwehren oder ihm Hundesocken anziehen. Katzenbesitzer müssen dafür sorgen, dass ihr Vierbeiner eine Katzentoilette benutzt. Ist der Boden bei Auszug durch Urinflecken nachhaltig verunreinigt, muss der Mieter mit Schadensersatzforderungen des Vermieters rechnen – wenn er die Schäden vor dem Auszug nicht vollständig beseitigt hat. „Ob es sich um eine gewöhnliche Abnutzung handelt oder um Schäden, die über den vertragsgemäßen Gebrauch hinausgehen, muss in der Regel im Einzelfall entschieden werden“, erklärt Sascha Nuß. Sicherheit bietet Mietern und Vermietern ein Übergabeprotokoll, in dem die zu Beginn des Mietverhältnisses bereits vorhandenen Mängel aufgeführt sind.

Weitere Tipps des R+V-Infocenters:

Wenn ein Mieter bei Auszug Schäden beseitigen muss, kann ihn der Vermieter auch für eventuell dadurch bedingten Mietausfälle zur Kasse bitten.

Ein generelles Haustierverbot in Mietverträgen ist nicht zulässig. Der Vermieter darf jedoch die Klausel einfügen, dass er bei Hunden und Katzen vorher einwilligen muss. Allerdings darf er seine Zustimmung nicht grundlos verweigern.

Über eine Tierhalterhaftpflichtversicherung sind meist auch Sachschäden an den Räumen in Mietwohnungen abgedeckt.

Quell: ruv.de

Categories: Wissen-Spezial | Comments 1469 Das Einmaleins des Erbens

Immobilie geerbt – Was nun?

Und plötzlich ist sie da: Die geerbte Immobilie und mit ihr unzählige Fragen. Denn: Erben will gelernt sein! Sebastian Wagner, Immobilien-Experte und CEO von HAUSGOLD, kennt den sicheren Weg durch den verwirrenden Erbschafts-Dschungel!

Es duftet nach süßen Plätzchen, der Tisch ist stets reichlich gedeckt und im alten Kinderzimmer schwelgt man nur allzu gerne in Erinnerungen. Der Besuch im Elternhaus ist nicht nur an Geburtstagen, Familienfesten oder den Feiertagen wie ein kleiner Kurzurlaub. Wie es eines Tages weiter geht, wenn die Eltern nicht mehr mit unter dem Weihnachtsbaum sitzen? Darüber wagen wir kaum nachzudenken. Ein großer Fehler, weiß unser Immobilien-Experte Sebastian Wagner. Denn das Elternhaus wird im Erbfall nur allzu oft zur Schuldenfalle…

Was benötige ich, um zu erben?

Um das Erbe antreten zu können, benötigen Sie entweder das offizielle Testament oder einen so genannten Erbschein. Diesen können Sie beim Nachlassgericht beantragen und erstellen lassen. Bei Vorlage des Erbscheins erhalten Sie dann beim Grundbuchamt Informationen darüber, ob die Immobilie zum Beispiel finanziell belastet ist. Sollte sich herausstellen, dass die Immobilie Sie eher in den Ruin treiben würde, können Sie das Erbe innerhalb von acht Wochen noch ausschlagen.

Plötzlich Hausbesitzer – und nun?

Sie haben sich entschieden, das Haus als Erbe anzunehmen. Nun: Als hätte man im Todesfall mit der Trauer und der unzähligen unangenehmen Aufgaben nicht schon genug um die Ohren, klopft auch noch das Finanzamt an die Tür. Stichwort: Erbschaftssteuer. Zwar gibt es eine klare Regelung der Freibeträge (Beispiel: bei Kindern 400.000 Euro), jedoch wird dieser Betrag sehr schnell überschritten. Denn zur Immobilie kommen weitere Werte wie Hausrat, Schmuck und Bares. Für einen Normalverdiener sind solche Steuerzahlungen kaum zu stemmen.

Gibt es Hintertürchen?

Selbstverständlich! Doch die sind klar geregelt: Bei einer Wohnfläche von weniger als 200 Quadratmetern kann der Erbe die Immobilie selbst nutzen. Wer zehn Jahre darin wohnen bleibt, umgeht die gesamte Erbschaftssteuer. Aber Achtung: Wer früher auszieht, muss die komplette Summe nachzahlen! Das gilt auch, wenn der Beruf den Erben zum Umzug zwingt. Einzige Ausnahme: Der Umzug in ein Pflegeheim. Auch die Anmeldung als Zweitwohnsitz schützt nicht vor der Steuerzahlung.

Kann ich in Raten zahlen?

Wenn sich die Steuer nicht vermeiden lässt, müssen Sie das Erbe nicht gleich ausschlagen. In der Regel darf die Steuer innerhalb von zehn Jahren in Raten beglichen werden. Lehnt das Finanzamt dies Ratenzahlung allerdings ab, lohnt es sich, einen Kredit aufzunehmen. Aber Achtung: Die Erblasser – also meist die Eltern – sollten die Immobilie dafür abgezahlt haben. Sonst wird der Kredit deutlich teurer!

Gibt es eine Lösung zu Lebzeiten?

Um zumindest einen kleinen Teil der Steuer zu sparen, empfehlen Experten die Schenkung zu Lebzeit. Zwar liegt auch hier der Freibetrag bei 400.000 Euro. Räumen sich die Eltern allerdings ein sogenanntes Nießbrauchsrecht ein, sinkt die Steuerlast der Kinder. Das bedeutet, sie sichern sich das Recht, bis zum Lebensende in der Immobilie wohnen zu bleiben.

Entscheidung: Eigennutzung, Vermietung oder Verkauf?

Handelt es sich bei der geerbten Immobilie um das Elternhaus, denken viele daran, selbst einzuziehen. Der Gesetzgeber unterstützt das sogar durch steuerliche Vorteile. Aber sobald ein Umzug anstehen würde, das Haus zu marode ist oder aber es Miterben gibt, die man auszahlen müsste, sollte man sich die Frage stellen, ob ein Verkauf nicht doch die bessere Alternative ist. Die Vermietung bietet sich übrigens in den seltensten Fällen an, da die Instandhaltungskosten die Erträge oft überschreiten.

Woher weiß ich, was die Immobilie wert ist?

Wer sich dann für einen Verkauf entschieden hat, sollte die Immobilie vorher am besten von einem Profi schätzen lassen, damit der Preis richtig angesetzt wird. Denn: Der damalige Kaufpreis sagt über den aktuellen Wert meist nichts mehr aus, da die Immobilienpreise in den letzten Jahren extrem gestiegen sind. So kann es sein, dass ein Haus, dass vor Jahrzehnten gekauft wurde heute aufgrund der Lage und der Anbindung deutlich mehr wert ist. Ein Makler kann die Immobilie übrigens nicht nur richtig bewerten sondern hilft Ihnen auch bei der Vermarktung und bewahrt Sie vor Fehlern beim Verkauf.

Quelle: presseportal.de

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