1429 Immobilien sind krisensicher

Während der Corona-Krise hat das Investi­ti­ons­vo­lumen in Immobilien deutlich zugelegt. So wurden in 2020 in größeren Wohnungs­be­ständen (< 30 Wohnein­heiten) rund 16,6 Milli­arden Euro mehr investiert als im Vorjahr, so eine Analyse der BNP Paribas Real Estate.

Wohnungssegment: Immobilien krisensicher

Damit zeigte sich der Wohn-Invest¬≠markt im Vergleich zu anderen Asset¬≠klassen au√üer¬≠or¬≠dent¬≠lich krisen¬≠re¬≠si¬≠stent. Das Gesamt¬≠re¬≠sultat wurde zwar auch durch Einzel¬≠er¬≠eig¬≠nisse beg√ľn¬≠stigt, wie der √úbernahme der Adler Real Estate durch die Ado Proper¬≠ties, die gut ein Drittel des Umsatzes bedingt, aller¬≠dings gab es auch in Vergleichs¬≠jahren derar¬≠tige Gro√üab¬≠schl√ľsse, so dass dies keine Beson¬≠der¬≠heit dieses Jahres darstellt. So kam beispiels¬≠weise auch im Jahr 2015 das Rekord¬≠ergebnis durch den Gagfah-Deal zustande. Schaut man sich das Umsatz¬≠vo¬≠lumen seit dem Beginn der Corona-Krise f√ľr die einzelnen Quartale an, so sind die Ums√§tze nicht unbedingt rekord¬≠ver¬≠d√§chtig, aller¬≠dings gibt es im 2. und 3. Quartal mit 3,3 bzw. 4 Milli¬≠arden Euro im langfri¬≠stigen Vergleich tats√§ch¬≠lich √ľberdurch¬≠schnitt¬≠liche Werte.

Rekord bei Bestandsportfolios

Die Bestand¬≠sport¬≠fo¬≠lios dominieren die Vertei¬≠lung des Umsatzes nach Asset¬≠klassen mit knappen 61 %, das ist aller¬≠dings aufgrund der √úbernahme der Adler Real Estate aller¬≠dings wenig √ľberra¬≠schend. Mit etwa 15 % folgen Projekt¬≠ent¬≠wick¬≠lungen an zweiter Stelle, deren Anteil im Vergleich zu den Vorjahren zur√ľck¬≠ging, da es nicht gen√ľgend Angebote gab. Im langj√§h¬≠rigen Vergleich erzielten auch √§ltere Bestands¬≠ob¬≠jeke (Block Sales an einem Standort) mit 12 % ein etwas unter¬≠durch¬≠schnitt¬≠li¬≠ches Ergebnis, in absoluten Zahlen entspricht dies aber immer noch fast 2 Milli¬≠arden Euro.

Gro√üabschl√ľsse √ľber 100 Mio. Euro mit gr√∂√ütem Anteil

Haupt¬≠s√§ch¬≠lich dominieren Gro√üab¬≠schl√ľsse oberhalb der 100 Mio. Euro Marke. Diese nehmen mehr als zwei Drittel des gesamten Invest¬≠ment¬≠vo¬≠lu¬≠mens ein. Nat√ľr¬≠lich macht die Adler-√úbernahme ma√ügeb¬≠lich dazu bei, insge¬≠samt sind es jedoch mehr als 20 Abschl√ľsse, was in diesem Segment insge¬≠samt ein aktives Markt¬≠ge¬≠schehen anzeigt. Abgesehen davon ist auch in den kleineren Segmenten verst√§rkte Aktivit√§t zu registrieren. Insge¬≠samt ist das als ein weiteres Indiz daf√ľr zu werten, dass im Wohnbe¬≠reich Immobilien krisen¬≠si¬≠cher sind. Das zeigt sich auch daran, dass rund 2,2 Milli¬≠arden Euro auf Abschl√ľsse bis maximal 25 Mio. Euro entfallen. √úblicher¬≠weise ist das ein Wert, der erst zum Jahres¬≠ende hin erreicht wird ‚Äď wenn √ľberhaupt.

Immobilien AGs dominieren den Markt

In der Haupt¬≠sache stellen Immobilien AGs die wichtigste K√§ufer¬≠gruppe, das ist auch zum Ende des dritten Quartals 2020 nicht anders. Mit guten 8,7 Milli¬≠arden Euro sind diese mit ihrem zweit¬≠be¬≠sten je registrierten Ergebnis am gesamten Umsatz¬≠vo¬≠lumen betei¬≠ligt. Die Adler-√úbernahme hat daran selbst¬≠ver¬≠st√§nd¬≠lich einen beacht¬≠li¬≠chen Anteil. Ein Blick auf die weiteren K√§ufer¬≠gruppen zeigt, dass ebenfalls eine ganze Reihe anderer Investo¬≠ren¬≠typen auf die robusten Wohnin¬≠vest¬≠ments setzt. Daran d√ľrfte sich auch durch die konjunk¬≠tu¬≠rellen Verun¬≠si¬≠che¬≠rungen durch die Corona-Krise nicht so schnell etwas √§ndern. Mit etwa 11 % folgen Spezi¬≠al¬≠fonds auf Platz 2, gefolgt von Investment/Asset Managern mit 9 % Anteil. Weitere Anteile entfallen mit 7 % auf Pensi¬≠ons¬≠kassen, ebenfalls 7 % auf Immobi¬≠li¬≠en¬≠un¬≠ter¬≠nehmen, 4 % auf die √∂ffent¬≠liche Hand und 3 % auf Projektentwickler.

Mehr ausländische Investoren

Tradi¬≠tio¬≠nell lag der deutsche Wohn-Invest¬≠ment¬≠markt bislang fest in der Hand inl√§n¬≠di¬≠scher Anleger. Doch aufgrund der Adler-√úbernahme und weiterer hoher Teilnahmen aus dem europ√§i¬≠schen Ausland mit gut 2,4 Milli¬≠arden Euro, liegt der inter¬≠na¬≠tio¬≠nale Anteil erstmals seit 2008 bei √ľber 50 %.

A‚ÄĎStandorte mit geringerem Anteil

Aufgrund des insge¬≠samt hohen Invest¬≠ment¬≠um¬≠satzes liegt der Anteil der A‚ÄĎStandorte diesmal mit 34 % gering¬≠f√ľgig unter den Vorjah¬≠res¬≠marken. In absoluten Zahlen aller¬≠dings sind die hierf√ľr verzeich¬≠neten 5,7 Milli¬≠arden Euro ein beacht¬≠li¬≠ches Resultat, das den langj√§h¬≠rigen Durch¬≠schnitt um etwa 16 % √ľberschreitet. Berlin liegt mit 2,6 Milli¬≠arden Euro an deutlich an der Spitze der bedeu¬≠tenden deutschen Wohn-Invest¬≠ment¬≠m√§rkte; hierzu hat sicher auch die k√ľrzliche Einkaufs¬≠tour des schwe¬≠di¬≠schen Wohnkon¬≠zerns Heimstaden Bostad beigetragen, der hier Wohnungen f√ľr 830 Mio. Euro gekauft hat. Auf den weiteren Pl√§tzen liegen Frank¬≠furt mit 971 Mio. Euro, Hamburg mit 912 Mio. Euro, M√ľnchen mit 469 Mio. Euro und D√ľssel¬≠dorf mit 463 Mio. Euro. K√∂ln mit 197 Mio. Euro und Stutt¬≠gart mit 27 Mio. Euro geben gegen¬≠√ľber den Vorjahren deutlich nach.

Perspektiven

Wohn-Invest¬≠ments entwickeln sich positiv ‚Äď was im weiteren Verlauf des Jahres so bleiben d√ľrfte. Im Vergleich zu Gewer¬≠be¬≠im¬≠mo¬≠bi¬≠lien ist das Mietaus¬≠fall¬≠ri¬≠siko gering und die Cash Flows sind stabil. Investoren sehen ihre Einsch√§t¬≠zung auch durch einzelne gesetz¬≠liche Restrik¬≠tionen nicht gef√§hrdet. Das gilt auch f√ľr weitere zu erwar¬≠tende Auswir¬≠kungen der Corona-Krise. Vor allem dort, wo Wohnraum bereits jetzt knapp ist, wird er auch weiterhin stark nachge¬≠fragt sein. Im Wohnseg¬≠ment ist damit berech¬≠tigt davon auszu¬≠gehen, dass Immobilien krisen¬≠si¬≠cher sind. Die funda¬≠men¬≠talen Markt¬≠me¬≠cha¬≠nismen funktio¬≠nieren offenbar weiter, ein √úberschreiten der 20 Milli¬≠arden Euro Markt bis Jahres¬≠ende ist nicht unwahrscheinlich.

Categories: Immobilien Wissen & News | Comments 1413 Zinsen Immobilienkredit ‚Äď Entwicklung

Zu Monats¬≠be¬≠ginn lagen die Bauzinsen im Oktober wieder nahe dem Allzeit¬≠tief im M√§rz 2020, das berichtet die Interhyp, Deutsch¬≠lands gr√∂√üter Baufi¬≠nan¬≠zie¬≠rungs¬≠ver¬≠mittler. Laut Mirjam Mohr, Vorst√§ndin im Privat¬≠kun¬≠den¬≠ge¬≠sch√§ft der Interhyp AG, sind die Zinsen f√ľr Immobi¬≠li¬≠en¬≠kre¬≠dite infolge der wirtschaft¬≠li¬≠chen Unsicher¬≠heiten, die die Corona-Krise mit sich bringt, sowie der Niedrig¬≠zins¬≠po¬≠litik der Zentral¬≠banken √ľber den Sommer wieder leicht gesunken. Bei guter Bonit√§t sowie einer g√ľnstigen Finan¬≠zie¬≠rungs¬≠kon¬≠stel¬≠la¬≠tion sind derzeit, laut Interhyp, f√ľr zehnj√§h¬≠rige Darlehen Bestkon¬≠di¬≠tionen sogar unter¬≠halb 0,5 % im Jahr m√∂glich. Im Allge¬≠meinen zeigt die Entwick¬≠lung Angebots¬≠zinsen im Durch¬≠schnitt deutlich unter 1 %.

Experten sehen anhaltend g√ľnstige Zinsen f√ľr Immobilienkredite

Die Interhyp stellt ebenfalls ein Bauzins-Trend¬≠ba¬≠ro¬≠meter auf, bei dem monat¬≠lich Experten deutscher Kredit¬≠in¬≠sti¬≠tute befragt werden. Kurzfri¬≠stig geht hier die Mehrheit von anhal¬≠tend g√ľnstigen Zinsen aus. Auch die bereits beschlos¬≠sene Verl√§n¬≠ge¬≠rung des Baukin¬≠der¬≠geldes bis Ende M√§rz 2021 erweist sich dabei als weiterer Pluspunkt. Mirjam Mohr sieht in der Fortf√ľh¬≠rung der F√∂rde¬≠rung eine positive Entwick¬≠lung und eine Erleich¬≠te¬≠rung f√ľr den Erwerb von Wohnei¬≠gentum, gerade f√ľr Familien. So lasse sich das Baukin¬≠der¬≠geld von 12.000 Euro pro Kind √ľber 10 Jahre zum Beispiel √ľber Sonder¬≠til¬≠gungen in die Finan¬≠zie¬≠rung einbringen somit beson¬≠ders bei Familien mit mehreren Kindern der Kauf bzw. Bau eines Eigen¬≠heims sp√ľrbar erleich¬≠tern. Dass viele Familien gezielt nach F√∂rder¬≠mit¬≠teln oder dem Baukin¬≠der¬≠geld fragen, zeige sich bei Beratungs¬≠ge¬≠spr√§¬≠chen immer wieder.

Entwicklung der Pandemie bedingt die Entwicklung der Zinsen

Derzeit profi¬≠tieren Kredit¬≠nehmer von dem anhal¬≠tend g√ľnstigen Zinsni¬≠veau, und in n√§chster Zeit d√ľrfte sich daran kaum etwas √§ndern, folgt man dem Interhyp-Bauzins-Trend¬≠ba¬≠ro¬≠meter. Angesichts der Corona-Pandemie und anderer Unsicher¬≠heiten, z. B. dem Ausgang der anste¬≠henden US-Wahl und dem Brexit ‚Äď progno¬≠sti¬≠zieren die Experten zumin¬≠dest kurzfri¬≠stig gleich¬≠blei¬≠bend g√ľnstige Kondi¬≠tionen. Ein Institut ist sogar der Ansicht, dass die Zinsen nochmals sinken werden. F√ľr das n√§chste halbe Jahr bzw. Jahr progno¬≠sti¬≠zieren manche Banken etwas h√∂here Zinsen. Sie nehmen dieses Szenario vor allem an, wenn ein Impfstoff gegen Corona gefunden wird und eine breite wirtschaft¬≠liche Erholung einsetzen kann.

Mit Blick auf die zurzeit steigenden Infek¬≠ti¬≠ons¬≠zahlen sieht Mirjam Mohr den Pande¬≠mie¬≠ver¬≠lauf und die Folgen f√ľr die Konjunktur aller¬≠dings weiter als sehr unbere¬≠chenbar an.

Bild: Interhyp AG: Bauzins-Trend­ba­ro­meter von Interhyp auf der Basis der Befra­gung der Zinsexperten von zehn Kredit­in­sti­tuten in Deutschland.

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