1021 Der Nullzins sprengt die Gesellschaft

Der alte Kontinent operiert nun auf unbestimmte Zeit im Südeuropa-Modus. Doch das ewig billige Geld führt zu Verwerfungen, die offenbar alle verdrängen.

La galaxie, c’est moi. Emmanuel Macron ist die Erde nicht mehr genug. Der französische Präsident will innerhalb der Luftwaffe ein militärisches Weltraumkommando gründen. Die extraterrestrische Extravaganz passt zu einem Mann, der im europäischen Machtpoker als Master of the Universe gilt. Zwei der wichtigsten Jobs besetzen nun Frauen, die ganz auf seiner Linie liegen. Mit EZB-Chefin Christine Lagarde und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat der Franzose Schwestern im Geiste. Die Euro-Zone operiert ab sofort auf unbestimmte Zeit im Südeuropa-Modus. Eine gemeinsame Einlagensicherung wird wahrscheinlicher, der ewige Nullzins sowieso. Beides zementiert die Schuldenexzesse. Die Austeritätspolitik der Deutschen wirkt wie ein Auslaufmodell.

Die langfristigen Folgen scheinen keinen so recht zu interessieren. Dabei sollte ausgerechnet Macron wissen, was es bedeutet, wenn Dinge aus den Fugen geraten. Die Anhebung der Benzinpreise bescherte ihm mit der Gelbwesten-Bewegung den Vorgeschmack auf eine Revolution 2.0. Der ewige Nullzins provoziert vielleicht bald Schlimmeres als nur einen Vorgeschmack.

Die Politik des billigen Geldes führt zu tektonischen Verschiebungen in Wirtschaft und Gesellschaft, wie sie viele noch nicht erahnen – oder schlicht verdrängen. Denn bislang gingen alle davon aus, dass die Zinsen in Europa irgendwann wieder steigen und sich die Verhältnisse normalisieren. Inzwischen rechnet damit in den nächsten Jahren keiner mehr. „Zinswende ade“, bringt es etwa Marija Kolak, Präsidentin der Genossenschaftsbanken, auf den Punkt.

Die Steuerungsfunktion des Zinses fällt weg, was falsche Investitionsentscheide und Zombiefirmen fördert. Viel brisanter sind jedoch die Folgen für die Ungleichheit. Mit dem Nullzins wird ein ungeschriebener Gesellschaftsvertrag aufgekündigt. Während sich das Sparen früher für alle lohnte, gilt das heute nur noch für die Oberschicht. Sie spart über Aktien und Immobilien und macht dank der Inflation der Vermögenspreise permanent Profit. Die Mittelschicht geht mit Lebensversicherungen und Sparkonten leer aus. Allein in Deutschland liegen derzeit 2,5 Billionen Euro unverzinst rum. Das kann nicht lange gut gehen. Der Ruf nach Enteignungen von Wohnungen ist ein erstes Symptom für den Unmut. Weitere werden folgen.

Vielleicht ahnt es Macron ja und sorgt mit seinen Plänen vor – um sich notfalls in den Orbit retten zu können.

Quelle: wiwo.de

Categories: Immo-News | Comments 1014 Was Vermieter alles von der Steuer absetzen können

Im Vergleich mit anderen EU-Ländern sind die Deutschen Weltmeister, wenn es um das Vermieten von Immobilien geht. Rund 60 Prozent aller Mietwohnungen werden von Privatpersonen vermietet. Die derzeitigen Miethöchstpreise in vielen deutschen Städten bringen attraktive Einkünfte. Und nicht nur das, Vermieter können fast alle Ausgaben rund um die Immobilie bei der Einkommensteuer mit den Mieteinnahmen verrechnen.

„Jegliche Ausgaben, die mit einer Vermietung zusammenhängen, können unabhängig davon, ob es sich um Betriebskosten handelt, die auf den Mieter umgelegt werden dürfen, abgesetzt werden“, erklärt Hans Daumoser, Vorstand der Lohnsteuerhilfe Bayern e. V. (Lohi). Werden Kosten auf den Mieter umgelegt, gelten die Zahlungen des Mieters als Einnahmen, die Ausgaben dürfen aber dennoch als Werbungskosten abgesetzt werden.

Suche nach einem Mieter

Um einen passenden Mieter zu finden, wird teilweise ein Makler mit der Suche beauftragt. Andere kümmern sich selbst darum, einen Mieter zu finden und schalten in der Tageszeitung oder im Internet Inserate. Jegliche Ausgaben, die getätigt wurden, um einen Mieter zu bekommen, dürfen in die Werbungskosten rein. Dazu zählen auch die Kosten für einen Energieausweis, den der Mieter verlangen darf.

Unterhalt der Immobilie

Da Mieter mit ihrer Wohnung möglichst wenig Arbeit haben möchten und der Vermieter in der Pflicht ist, sich zu kümmern, fallen Überprüfungen, Wartungen oder Reinigungsarbeiten ihm zu. Es geht um Feuerlöscher, Rauchmelder, Kanalisation, Dachrinnen, Gas-, Wasser- und Heizungsanlagen. Die Kosten für die fachmännische Durchführung der Arbeiten kann der Vermieter absetzen – auch die Kosten für einen Hausmeister, Kaminkehrer, die Müllabfuhr, den Winterdienst und die Gartenpflege. Kanalgebühren, Kabelanschluss und die Grundsteuer sollten bei der Einkommensteuererklärung ebenfalls nicht vergessen werden.

Steht die Wohnung kurzfristig leer, weil renoviert oder kein passender Mieter gefunden wird, dürfen die laufenden Aufwendungen dennoch abgesetzt werden, sofern nachweislich die Absicht zu vermieten besteht.

Gute Mieter – schlechte Mieter

Gibt es Streitigkeiten mit dem Mieter oder einer beauftragten Handwerkerfirma, die einen Gang vor’s Gericht erfordern, können die Anwaltsgebühren und Prozesskosten ebenfalls als Werbungskosten angesetzt werden. Muss der Mieter per Beschluss ausziehen, können die Kosten für eine Räumung, Wohnungsreinigung und Renovierung abgesetzt werden. Ist das Verhältnis hingegen gut und der Vermieter lädt seine Mieter oder den Hausmeister zum Essen ein, können Bewirtungskosten zu 70 Prozent abgesetzt werden.

Verwaltungs- und Beratungskosten

Für das Aufsetzen des Mietvertrags, die Mitteilung einer Mieterhöhung oder die Nebenkostenabrechnung werden Büromaterial und Porto verbraucht. Diese Kosten dürfen gemeinsam mit den Ausgaben für Telefonate, Kontoführungsgebühren für ein Extra-Konto, Fachliteratur oder spezielle Software in der Steuererklärung angerechnet werden. Die Kosten für einen PC werden regelmäßig erst dann anerkannt, wenn es sich um mehrere Immobilien handelt, die verwaltet werden müssen. Werden diese Aufgaben an eine Verwalterfirma übergeben, können diese Gebühren angesetzt werden.

Absetzen von Fahrten

Alle Fahrten zur Mietwohnung, um die Wohnung zu besichtigen, herzuzeigen oder handwerkliche Arbeiten vorzunehmen, können mit 30 Cent je gefahrenen Kilometer abgerechnet werden. Genauso die Fahrtkosten zu einem Makler, zur Bank, zur Eigentümerversammlung oder beispielsweise einem Baumarkt, um einen Ersatzduschkopf oder Streusalz für das Mietobjekt zu besorgen.

Ist der Standort der Immobilie weit vom Wohnort des Vermieters entfernt, dürfen die Übernachtungskosten und eine Verpflegungspauschale angesetzt werden. Nachweise, wie Rechnungen oder ein Fahrtenbuch, sollten vorliegen.

Vermieterschutz und Steuererklärung

Wird ein Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater mit der Erstellung der Steuererklärung beauftragt, können die Mitgliedsgebühr bzw. die Beratungskosten anteilig ansetzt werden. Die Mitgliedsbeiträge für den Haus- und Grundbesitzerverein oder sämtliche Versicherungen, die für die Immobilie oder Vermietung abgeschlossen werden, sind hingegen voll absetzbar.

Sind die Werbungskosten der Anlage V bei der Einkommensteuererklärung höher als die Mieteinnahmen, so macht der Vermieter einen Verlust mit seiner Immobilie. Dieser lässt sich mit dem Arbeitslohn oder anderen Einkünften verrechnen und senkt die verbleibende Steuerlast. Da Vermieter zahlreiche Steuervorteile in Anspruch nehmen können und eine vollständige Aufzählung nicht möglich ist, ist es durchaus empfehlenswert, einen Steuerspezialisten in Anspruch zu nehmen, der sich im Detail auskennt und das Maximum an Steuerersparnissen herausholen kann.

 

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