Der schwunghafte Handel am Leipziger Immobilienmarkt treibt inzwischen auch die Preise für Häuslebauer immer stärker in die Höhe. Baugrundstücke für Eigenheime haben sich im vergangenen Jahr um 20 Prozent verteuert, im Jahr davor waren es schon acht Prozent.

Im Schnitt kostet der Quadratmeter jetzt 161 Euro – im Jahr 2011 waren es erst 100 Euro. So steht es im neuen Grundstücksmarktbericht des Leipziger Gutachterausschusses, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Für ein durchschnittliches Eigenheim-Areal von 656 Quadratmetern waren 2016 in Leipzig bereits 97 000 Euro zu berappen, erläutert Matthias Kredt. Er leitet den Gutacherausschuss, dem die Notare eine Kopie jedes neu geschlossenen Kaufvertrags zusenden. Folglich seien die Daten in dem Bericht, der nun für 60 Euro erhältlich ist, ein exaktes Abbild der Entwicklung. Im Vergleich zu westdeutschen Städten seien die Eigenheim-Grundstücke in Leipzig noch immer ungewöhnlich groß und preiswert, so der Fachmann. 2016 hätten 247 Bauflächen für Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser Käufer gefunden – deutlich weniger als im Vorjahr mit 333. „Die Nachfrage ist sicher weiterhin hoch, aber das Angebot wird geringer“, erläutert Kredt. „Sonst könnten viel mehr Flächen verkauft werden.“

Verknappung durch Spekulation

Laut Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) müssten eigentlich genug Areale für Eigenheime zur Verfügung stehen. Bei Wertzuwächsen von 20 Prozent pro Jahr würden manche Grundstücksbesitzer jedoch darauf spekulieren, dass die Preise noch weiter klettern. „Wir erleben eine künstliche Verknappung.“

Auch in anderen Segmenten gab es 2016 einen Rückgang bei der Zahl der Verkaufsfälle. Durch stetig steigende Preise wurde beim Gesamtumsatz des Leipziger Immobilienmarktes aber wieder ein neuer Rekord erzielt. Mit 2,9 Milliarden Euro betrug der Zuwachs gegenüber 2015 (2,8 Milliarden Euro) aber nur noch drei Prozent. 2014 lag die Summe für die Messestadt bei 1,8 Milliarden Euro.

Preise für Geschossbau-Grundstücke steigen stark

Auffallend sei 2016 gewesen, dass die Preise für Geschossbau-Grundstücke extrem nach oben gingen, so Kredt. In einzelnen Lagen habe sich deshalb binnen zwölf Monaten der Bodenrichtwert verdoppelt. „Die Zahl der Kauffälle sank aber auch hier: Um acht Prozent, was ebenfalls auf ein knapperes Angebot hindeutet.“ Trotz der Nähe zur Red-Bull-Arena sei beispielsweise der Bodenrichtwert im Waldstraßenviertel im letzten Jahr von 450 Euro auf 700 Euro pro Quadratmeter gestiegen. In allen Lagen neben dem City-Ring gehe es „inzwischen straff auf 1000 Euro“ zu. Da kaum noch unsanierte Mehrfamilienhäuser zum Verkauf angeboten werden, hätten sich die Preise für solche Objekte in den letzten drei Jahren stadtweit mehr als verdoppelt. „Bei sanierten Mehrfamilienhäusern betrug der Anstieg zeitgleich rund 50 Prozent.“

Bei den frisch sanierten Eigentumswohnungen stiegen 2016 die Preise im Erstverkauf um 8 Prozent auf 3335 Euro pro Quadratmeter (ohne Stellplatzanteil). Nach wie vor stammen hier 94 Prozent der Erwerber nicht aus Leipzig, sondern sind Anleger, die Steuern sparen wollen. Beim Wiederverkauf solcher Eigentumswohnungen kamen in 37 Prozent der Fälle Einheimische zum Zuge. Wie berichtet, sind „gebrauchte Wohnungen“ in der Messestadt nach wie vor recht günstig zu erstehen. Im vergangenen Jahr legten die Preise um fünf Prozent auf durchschnittlich 1278 Euro pro Quadratmeter zu. Ähnliches gelte übrigens auch für Eigenheime, wo letztes Jahr 571 gebrauchte Objekte den Besitzer wechselten, so Kredt weiter. Sie kosteten normal saniert im Schnitt etwa 250 000 Euro, während für ein neues Haus knapp 400 000 Euro erzielt wurden.

Quelle: lvz.de

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